Tobias Kremer (Scrum Master und Software-Entwickler)

Ich weiß auch nicht, was die Agile Coach Meisterklasse im vergangen Jahr genau mit mir gemacht hat. Was sich aber merklich verändert hat, ist, wie ich mit den Menschen um mich herum spreche. Anstatt ihnen Lösungen hinzuwerfen, bin ich viel stärker dabei, ihnen zuzuhören und erst einmal Fragen zu stellen, bis ich und vor allem sie selber verstanden haben, was denn eigentlich das Problem ist. Ich glaube, dies erlaubt mir heute auch sehr viel nützlichere Gespräche zu haben.

Was sich aber auch geändert hat, ist, dass ich heute sehr viel ruhiger in Situationen rein gehen kann. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich meine Kontrollvermutung in weiten Teilen abgelegt habe. Anstatt zu versuchen, Situationen zu beherrschen und mich selbst verantwortlich zu machen, wenn dabei nicht das beabsichtigte Ergebnis erreicht werden konnte, erlaubt mir meine systemische Sichtweise heute zu akzeptieren, dass alles, was ich tue oder nicht tue, erst mal nur eine Intervention ist. Das System wird diese annehmen oder auch nicht. Und was es dann damit tut, ist ihm erst einmal selbst überlassen.

Abschließend noch ein paar Worte an alle, die darüber nachdenken die Meisterklasse zu besuchen: Macht es!

Ihr werdet euch selbst und die Menschen um euch herum anders verstehen lernen. Klar, es wird auch manchmal weh tun und ihr werdet euch vielleicht – wie ich auch – zwischenzeitlich nicht mehr selber verstehen. Aber am Ende wird es das wert sein. Wir arbeiten heute alle in sozialen Systemen, selbst Softwareentwickler-Nerds wie ich. Wir müssen daher alle verstehen, wie wir einander helfen können zu wachsen, sowohl fachlich als auch menschlich. Und genau darum geht es beim Coaching: Helft den Menschen um euch herum zu dem Besten zu werden, das sie sein können!

Julia Haag (Agile Coach und Scrum Master)

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Ausbildung zum Agile Coach zu machen, der hat es nicht einfach. Auch ich war vor einem Jahr mit der Auswahl und den ganzen Möglichkeiten überfordert. Ich konnte noch nicht recht einschätzen, was die Ausbildungen unterscheidet und welche denn nun gut oder schlecht ist. Heute weiß ich, dass es Ausbildungen mit einem systemischen Ansatz gibt (so wie diese hier) und solche, die einen modellbasierten Ansatz haben. Ich denke, es kann alles hilfreich sein, aber vielleicht auf unterschiedliche Art und Weise.

In unserer systemischen Ausbildung hier sind wir bei vielen Dingen auf die Metaebene gegangen, haben an unserer Haltung gearbeitet und viel selbst reflektiert. Ich habe gelernt, auf Probleme und Herausforderungen mit einer anderen Brille zu schauen – nicht jedes Detail verstehen zu müssen, sondern die systemischen Zusammenhänge sehen zu können. Ich lerne immer noch, mich als Scrum Master nicht für das Ergebnis verantwortlich zu machen, sondern die Prozessverantwortung zu übernehmen. Ich wurde mit verschiedenen Typen von systemischen Fragestellungen konfrontiert, die mir heute ermöglichen, mit Menschen anders zu sprechen und mich ihrem Problem mit vielen Fragen und Neugier zu nähern, anstatt im Kopf schon eine halbfertige Lösung bereit zu haben. Es ist mir wichtig zu sagen, dass das alles erst mit der Zeit und viel Übung passiert. Die Inhalte eines Agile Coach Trainings sind nicht einfach auswendig zu lernen und dann kann man es. Wer solch eine systemische Ausbildung macht, der muss sich auch mal ins kalte Wasser werfen und die Sachen einfach ausprobieren. Das passiert hier auch im Praxisteil, der einen selbst aus seiner Komfortzone raus treibt, und im Nachhinein ein sehr wertvoller Teil der ganzen Ausbildung war.

Es ist schwierig, es ganz genau in Worte zu fassen, was sich verändert hat. Aber ich denke viel nach, über mich selbst, über zwischenmenschliche Situationen, über “Probleme” im Projekt oder der Organisation. Ich glaube, ich versuche damit, die Komplexität zu begreifen und systemische Zusammenhänge zu sehen, anstatt – wie man oft in der Geschäftswelt sieht – eine sofortige Schlussfolgerung zu formulieren, wie “ist doch klar, XY ist Schuld”. Diese Veränderung ist ein Prozess und wird maßgeblich beeinflusst durch die Teilnehmergruppe, mit der man ständig Diskussionen, Reflexionen, Fallberatungen, etc. hat.

Tobias Hingerl (Lean Java Expert und Scrum Master)

In den letzten 12 Monaten führte ich das Training zum Agile Coach mit systemischer Haltung durch.

Das Besondere daran ist, dass es nicht um die Arbeit innerhalb von Systemen und Gruppen geht (wie es möglicherweise ein Scrum Master macht), sondern um die Arbeit an Systemen.

Neben der inhaltlichen, theoretischen Auseinandersetzung des Agile Coaches im systemisch-konstruktivistischer Haltung, half ein größerer Praxisteil auch die Theorie tatsächlich anzuwenden, zu erleben und zu erproben.

Was hat mir das Training also gebracht?

  • Das Erlernen des Handwerkszeugs eines agile Coaches. Dies betrifft sowohl die theoretischen Grundlagen und was es benötigt als Coach tätig zu sein, wie auch das praktische Erproben des zuvor Erlernten.
  • Insbesondere der Fokus auf eine systemisch-konstruktivistische Haltung ermöglichte mir komplette neue Sichtweisen auf meine Alltagssituationen.
  • Diese andere Sichtweisen führte dazu, dass ich in privaten und beruflichen Herausforderungen heute anders agiere(n kann) als zuvor. Ich konnte eine Reduktion meines Verhaltens bemerken, dass ich mir vorschnell eine Meinung bilde zu Situationen in meinem Team, meiner Organisation oder in meinem privaten Umfeld.
  • Eigene Selbstreflektion, um meine Wirkung auf andere/innerhalb von Systemen besser verstehen zu können.
  • Erweiterung meines eigenen Horizonts um Dinge, die in Teams/Unternehmen passieren besser zu verstehen. Ich strebe nicht mehr sofort eine inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Thema oder einem Problem an. Stattdessen versuche ich durch Rückfragen die Wirklichkeit meines Gegenübers besser verstehen zu können und ihm dadurch in der Problemlösung zu helfen.

Als Fazit kann ich nur eine Empfehlung aussprechen. Meine eingebrachte Zeit hat sich komplett gelohnt und anders als in gewöhnlichen Trainings konnte ich eine nachhaltige Änderung in mir selbst feststellen.

Vielen Dank!

Christian Kroemer (Software Engineer und Scrum Master)

Im Zeitraum November 2017 bis April 2019 habe ich an der Agile Coach Meisterklasse mit Torsten Scheller teilgenommen und war in der Anfangsphase auch in die ersten Feedbackschleifen der Konzeption involviert. Das zeigt bereits: Es handelt sich um ein Training, das nicht am Reißbrett entstanden ist, sondern wirklich den Anspruch erhebt, die Teilnehmer dort abzuholen, wo sie sind, und ihnen dann eine Plattform zu bieten um sich selbst weiterzuentwickeln.

Nach der Erfahrung der letzten 1,5 Jahre bin ich davon überzeugt, dass Torsten mit seiner Aussage “eine effektive Ausbildung zum Agile Coach muss sehr langfristig angelegt sein” absolut richtig liegt. Im eigenen Kopf passiert extrem viel zwischen den Ausbildungsblöcken. Immer wieder nimmt man neue Impulse in Berufs- und Privatleben mit, reflektiert das eigene Verhalten und bekommt Unterstützung bei den Herausforderungen des echten Lebens.

Die Art dieser Unterstützung ist hier der Schlüssel. Der Leitsatz “auch Ratschläge sind Schläge” verbietet es, fertige Lösungen anzubieten oder gar die Probleme der Teilnehmer für sie zu lösen. Stattdessen arbeitet die Gruppe viel an der Struktur des Problems und lässt den Problemsteller im Gespräch seine eigenen Ideen und Lösungsoptionen entwickeln. Anfangs übernimmt Torsten als Trainer hier sehr stark die Führung, im späteren Verlauf nimmt er sich immer mehr zurück. Und irgendwann fällt mir als Teilnehmer auf: Was ich hier mache, ist die Arbeit eines Agile Coaches – echt und in der Praxis. Genauso wertvoll ist die Erfahrung, auf der anderen Seite des Problems zu stehen und selbst unzählige Male in die Rolle des Coachees zu schlüpfen.

Ich bin überzeugt, dass ich viele Situationen heute bewusster, wertschätzender und letztendlich deutlich besser handhaben kann als vor dieser Ausbildung. Und ich sehe bei jedem der anderen Teilnehmer eine bemerkenswerte Entwicklung. Dabei hilft auch die Vermittlung von Theorie, die aufgrund von Torstens unglaublichem Fachliteratur-Wissen bis weit zurück in der Geschichte jederzeit eingestreut werden kann und insbesondere in den ersten Blöcken auch sehr aktiv und strukturiert vermittelt wird. Nebenbei beschäftigt man sich als Teilnehmer noch mit Dingen wie Gruppendynamik, dem Halten von Trainings oder der systemischen Struktur von agilen Frameworks.

Ich möchte aber klar betonen, dass der Fokus insgesamt auf einem tiefen Verständnis für systemisches Coaching liegt – und damit auf der Disziplin, die den meisten Kollegen mit der Berufsbezeichnung “Agile Coach”, die ich bisher kennenlernen durfte, komplett fehlt. Und klar ist für mich auch, dass diese Ausbildung von ihren Teilnehmern lebt. Wer einfach nur dabei sein will, um etwas zu lernen, wird am Ende wahrscheinlich mit leeren Händen nach Hause gehen – wer sich darauf einlässt als anderer und reiferer Mensch.

(Weitere Aussagen folgen)